Herzlich willkommen auf meinem Blog!
Hier findest du alles, was du für ein richtig starkes Reiter-Mindset brauchst – von mentaler Stärke im Training bis hin zu mehr Ruhe, Fokus und Selbstvertrauen auf dem Turnier. Ich teile mit dir Impulse, Tools und echte Erfahrungen, die dir helfen, wieder mehr Sicherheit im Sattel zu spüren und dein volles Potenzial abzurufen.
Viel Spaß beim Lesen – deine Melissa Pander
Herzlich willkommen auf meinem Blog!
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Viel Spaß beim Lesen – deine Melissa Pander
Kennst Du das? Im Sommer lief alles rund, und jetzt, wo die Blätter fallen und der Wind durch die Halle pfeift, fühlt sich Dein Pferd an wie ein anderes Tier. Frischer. Schreckhafter. Der Kopf ist überall, nur nicht bei Dir. Und Du merkst, wie sich in Dir etwas zusammenzieht: “Was ist heute los mit ihm? Habe ich das noch im Griff?” 🍂
Wenn Du Dich darin wiederfindest: Du bist nicht allein. Genau diese Situation begegnet mir ständig, bei meinen Kundinnen und Kunden und auch bei mir selbst als aktiver Turnierreiterin. Und sie ist eine riesige Chance, wenn man weiß, worauf es ankommt.
Warum Pferde im Herbst anders reagieren
Zuerst die gute Nachricht: Meistens ist Dein Pferd nicht “kaputt” und Du nicht plötzlich eine schlechtere Reiterin. Im Herbst kommt vieles zusammen:
Kühlere Temperaturen und mehr Wind
Veränderte Lichtverhältnisse und frühere Dunkelheit
Weniger Weidegang, mehr Energie im Körper
Ein veränderter Fütterungs- und Trainingsrhythmus nach der Turniersaison
Ein Pferd, das mehr Energie hat und mehr Reize wahrnimmt, braucht vor allem eines: einen Menschen, der Sicherheit ausstrahlt. Und genau da kommen wir zum Punkt, der oft übersehen wird. 💜
Dein Pferd ist Dein Spiegel
Pferde sind Meister im Lesen von Körpersprache und Anspannung. Sie nehmen wahr, wie Du sitzt, wie Du die Zügel hältst, wie sich Dein Körper verändert, wenn ein Gedanke auftaucht wie “Hoffentlich erschrickt er nicht gleich!”
Das Tückische: Dieser Gedanke ist ein innerer Auftrag. Dein Kopf malt das Bild vom Erschrecken, Dein Körper bereitet sich darauf vor, und Dein Pferd spürt die Vorbereitung. So entsteht ein Kreislauf:
Pferd wirkt unruhig
Du denkst: “Das wird schwierig.”
Dein Körper spannt sich an
Das Pferd wird noch unruhiger
Dein Gedanke fühlt sich bestätigt ☠️
Die gute Nachricht: Du kannst diesen Kreislauf an Punkt 2 unterbrechen. Dort, wo Dein innerer Dialog beginnt.
Schritt 1: Self-Talk bewusst steuern
Dein innerer Dialog ist wie ein zweiter Trainer, der die ganze Zeit mitredet. Die Frage ist: Wie spricht er mit Dir?
Typische Sätze in unsicheren Momenten:
“Bitte erschreck Dich jetzt nicht.”
“Wenn er jetzt buckelt, falle ich.”
“Ich darf jetzt keinen Fehler machen.”
Das Gehirn arbeitet in Bildern und blendet das “nicht” oft aus. Du schickst also genau das Bild los, das Du vermeiden willst.
So formulierst Du um (in Gegenwartsform und auf das ausgerichtet, was Du willst):
“Ich sitze tief und ruhig.” statt “Hoffentlich passiert nichts.”
“Ich gebe ihm Orientierung.” statt “Er ist so unkonzentriert.”
“Wir finden gemeinsam rein.” statt “Das wird heute nichts.”
Mini-Übung für den Alltag: Schreib Dir drei Sätze auf einen Zettel und lege ihn in Deine Putzkiste. Lies sie vor jedem Aufsteigen laut oder leise. Wiederholung macht aus Worten ein inneres Programm. Ich nutze das selbst vor Turnieren: Die Sätze sind kurz, konkret und fühlen sich für mich stimmig an. Wichtig: Sie müssen für Dich glaubwürdig klingen, sonst widerspricht Dein Kopf sofort.
Schritt 2: Glaubenssätze prüfen
Hinter vielen unsicheren Momenten steckt ein Glaubenssatz, der im Hintergrund läuft. Zum Beispiel:
“Ein gutes Pferd erschrickt nicht.”
“Wenn mein Pferd unruhig ist, bin ich schuld.”
“Ich muss alles kontrollieren, sonst eskaliert es.”
Spür mal kurz rein: Wie fühlt sich das an? Eng? Schwer? Genau das überträgt sich auf Dein Pferd.
Die Umwandlung in drei Fragen:
Welcher Satz läuft gerade in mir? (Schreib ihn wörtlich auf.)
Ist er wirklich wahr, oder ist er nur eine alte Gewohnheit?
Welcher Satz wäre hilfreicher und trotzdem glaubwürdig?
Beispiel:
Alt: “Wenn mein Pferd unruhig ist, bin ich schuld.”
Neu: “Mein Pferd reagiert auf Umwelt und Jahreszeit. Ich bin seine Führung, nicht sein Problem.”
Ein frischer Moment im Herbst ist keine Prüfung Deines Könnens, sondern ein Teil Eurer Zusammenarbeit. Das ist ein Perspektivwechsel, der Wunder wirkt. 🐴
Schritt 3: Fokus-Übungen für Klarheit im Sattel
Wenn Dein Kopf rattert, brauchst Du eine Aufgabe für Deine Aufmerksamkeit. Fokus ist wie ein Zügel für Deine Gedanken.
Übung 1: Der Anker-PunktWähle vor dem Reiten einen festen Punkt in Deinem Körper, zum Beispiel Dein Sitzbein oder Deine Hand. Immer wenn Du Dich im Kopf verlierst, lenkst Du Deine Aufmerksamkeit gezielt dorthin und beschreibst innerlich nur, was Du spürst: “Mein Sitzbein ist schwer, meine Hand ist weich.” Das holt Dich zurück ins Hier und Jetzt.
Übung 2: Die Ein-Aufgabe-RegelGib Dir pro Runde nur eine Aufgabe, etwa “gleichmäßiger Takt” oder “weiche Anlehnung”. Wenn das Pferd abgelenkt ist, ist Deine Klarheit das Angebot, dem es folgen kann. Eine Aufgabe, ein Gedanke, ein Bild.
Übung 3: Das ZielbildBevor Du antrittst, sieh in Gedanken eine Szene, in der Du ruhig und verbunden reitest, auch wenn kurz etwas Unerwartetes passiert. Wie reagierst Du? Genau: gelassen, mit weichen Händen und ruhigem Sitz. Du trainierst damit das, was Du im Ernstfall abrufen willst. Genau das tun auch viele erfolgreiche Turnierreiter vor ihren Prüfungen.
Wenn es trotzdem schiefgeht
Es wird Tage geben, an denen Dein Pferd einfach “Herbst” hat und Du trotz bester Vorbereitung mal ein Schreckmoment erlebst. Auch ich kenne das, und selbst mit viel Erfahrung auf dem Turnier gehört das dazu. Entscheidend ist, was Du danach zu Dir sagst:
Nicht: “Ich hab’s schon wieder nicht im Griff.”
Sondern: “Das war ein Reiz, ich habe reagiert, und jetzt bin ich wieder bei mir.”
So wächst Vertrauen. Auf beiden Seiten. 💪
Dein Mini-Plan für die nächste Woche
Montag: Drei Self-Talk-Sätze formulieren und in die Putzkiste legen.
Mittwoch: Einen hinderlichen Glaubenssatz aufschreiben und umformulieren.
Freitag: Anker-Punkt-Übung im Training ausprobieren.
Wochenende: Reflektieren: Was hat sich verändert, bei Dir und bei Deinem Pferd?
Schon kleine Veränderungen in Deinem inneren Dialog können die Stimmung im Sattel spürbar verändern. Und das Beste: Dein Pferd dankt es Dir mit mehr Gelassenheit.
Wenn Du tiefer an Deinem mentalen Training für den Winter und die nächste Turniersaison arbeiten möchtest, findest Du auf melissapander.de alle Angebote und Infos.