Herzlich willkommen auf meinem Blog!
Hier findest du alles, was du für ein richtig starkes Reiter-Mindset brauchst – von mentaler Stärke im Training bis hin zu mehr Ruhe, Fokus und Selbstvertrauen auf dem Turnier. Ich teile mit dir Impulse, Tools und echte Erfahrungen, die dir helfen, wieder mehr Sicherheit im Sattel zu spüren und dein volles Potenzial abzurufen.
Viel Spaß beim Lesen – deine Melissa Pander
Herzlich willkommen auf meinem Blog!
Hier findest du alles, was du für ein richtig starkes Reiter-Mindset brauchst – von mentaler Stärke im Training bis hin zu mehr Ruhe, Fokus und Selbstvertrauen auf dem Turnier. Ich teile mit dir Impulse, Tools und echte Erfahrungen, die dir helfen, wieder mehr Sicherheit im Sattel zu spüren und dein volles Potenzial abzurufen.
Viel Spaß beim Lesen – deine Melissa Pander
Die Turniersaison ist vorbei. Die Abreiteplätze sind leer, die Schabracken gewaschen, und plötzlich ist es still. 🍂
Genau in diese Stille hinein melden sich bei vielen Reitern zwei Stimmen: die erste sagt: „Das hätte ich besser machen müssen.” Die zweite sagt: „Jetzt ist eh Winter, da passiert nichts.” Beide sind keine guten Ratgeber.
Ich kenne das aus erster Hand. Und ich erzähle Dir heute, wie ich selbst damit umgehe.
Mein Jahr: Westfälische Meisterschaft im Mai, Deutsche Meisterschaft im September
Im Mai habe ich die Westfälische Meisterschaft in der Dressur gewonnen. Im September durfte ich bei der Deutschen Meisterschaft starten. Zwei Höhepunkte in einer Saison, von denen ich als Reiterin lange geträumt habe. 💜
Und trotzdem: Nach der DM saß ich nicht strahlend auf Wolke sieben. Ich war müde. Mein Kopf hat sofort angefangen, die Prüfung auseinanderzunehmen: Was war in der einen Linie zu hektisch? Wo habe ich zu früh nachgegeben? Ich habe mich dabei ertappt, wie ich den Titel aus dem Mai fast „vergessen” habe, weil die Fehler aus dem September lauter waren.
Das ist der Punkt, den ich als Mentalcoach jeden Tag bei meinen Kundinnen und Kunden sehe, und den ich auch an mir selbst erlebe: Unser Gehirn speichert, was nicht geklappt hat, deutlich stärker als das, was gelungen ist. Ohne bewusste Steuerung wird jeder Saisonrückblick automatisch zur Fehlersuche. ☠️
Deshalb nutze ich seit Jahren einen Rückblick mit festem Rahmen. Den bekommst Du jetzt.
Schritt 1: Der Saisonrückblick mit Fokus auf Gelungenes
Nimm Dir eine Stunde, einen Tee und ein Blatt Papier. Schreib auf, nicht im Kopf überlegen!
Drei Dinge, die richtig gut geklappt haben. Konkret, nicht „Ich war gut”, sondern „Ich bin trotz Nervosität in die Prüfung eingeritten und habe meinen Plan durchgezogen.”
Ein Moment, in dem ich über mich hinausgewachsen bin. Auch kleine Dinge zählen: der erste Start nach einer Pause, die Prüfung mit dem schwierigen Pferd am Abreiteplatz.
Was hat mein Pferd mir gezeigt? Der Blick aufs Pferd nimmt oft die Schärfe aus der Selbstbewertung.
Erst danach: Eine Sache, die ich im nächsten Jahr anders machen möchte. Nur eine. Und formuliert als Wunsch, nicht als Vorwurf: „Ich möchte lernen, …” statt „Ich habe versagt bei …“.
Die Reihenfolge ist wichtig. Wer mit dem Gelungenen beginnt, bewertet das Verbesserungspotenzial deutlich sachlicher. Das ist Neurowissenschaft, kein Wohlfühl-Trick.
Schritt 2: Hinderliche Glaubenssätze erkennen und umformulieren
Beim Rückblick tauchen sie fast immer auf: die kleinen Sätze, die wir uns seit Jahren erzählen. Zum Beispiel:
„Auf dem Turnier zeige ich eh nie, was ich zu Hause kann.”
„Wenn ich Fehler mache, enttäusche ich alle.”
„Andere sind einfach talentierter.”
Und so gehst Du damit um:
Satz aufschreiben, genau so, wie er in Deinem Kopf klingt.
Fragen: Woher kenne ich den? Oft stammt er von einem einzigen Turnier oder einem Kommentar, der Jahre zurückliegt.
Beweise sammeln, die dagegen sprechen. Mindestens drei echte Situationen aus dieser Saison.
Neu formulieren, und zwar glaubwürdig. „Ich bin die beste Reiterin der Welt” nimmt Dein Gehirn Dir nicht ab. Aber: „Ich zeige auf dem Turnier immer öfter, was ich kann” schon.
Aus „Wenn ich Fehler mache, enttäusche ich alle” wird zum Beispiel: „Fehler gehören zum Lernen, und mein Pferd und ich wachsen mit jedem Start.”
Mein eigener Klassiker nach der DM war übrigens: „Ich muss immer perfekt sein, wenn alle zuschauen.” Aufgeschrieben sieht man erst, wie viel Druck in so einem Satz steckt. Wenn Du bei einem Glaubenssatz merkst, dass er emotional richtig wehtut, ist das ein Fall für die Arbeit mit einem Coach. Mit wingwave® und emTrace® lösen wir genau solche emotionalen Blockaden.
Schritt 3: Self-Talk für die Wintermonate
Der Winter ist keine „Pause” für Deinen Kopf, sondern die beste Zeit, um Deinen inneren Dialog zu trainieren. Ohne Turnierdruck lässt sich Neues viel leichter verankern.
Such Dir zwei bis drei Sätze aus, die zu Dir passen, und nutze sie jeden Tag, zum Beispiel beim Aufsatteln, beim Schrittreiten oder beim Abschwitzen:
„Ich darf lernen, und jeder Schritt zählt.”
„Mein Pferd und ich sind ein Team, auch an schwierigen Tagen.”
„Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann.”
„Fortschritt ist wichtiger als Perfektion.”
Wichtig: Sag die Sätze nicht nur im Kopf, sondern leise laut oder schreib sie auf einen Zettel in die Sattelkammer. Und sprich im Ton einer guten Freundin mit Dir, nicht wie eine strenge Richterin. Fang an, Dir selbst so zu begegnen, wie Du Deine beste Stallkollegin ermutigen würdest. 💪
Schritt 4: Eine Fokus-Übung für den Wintertraining-Alltag
Im Winter geht es oft um Kleinarbeit: Hallenboden, Kälte, wenig Abwechslung. Da schleicht sich Motivationsflaute ein. Meine Lieblingsübung dagegen ist der „Ein-Fokus-pro-Einheit”-Ansatz:
Lege vor dem Aufsteigen ein einziges Ziel für diese Einheit fest. Nicht „besser reiten”, sondern z. B. „gleichmäßige Anlehnung auf der linken Hand” oder „klare Hilfen beim Übergang”.
Sag Dir den Fokus einmal bewusst vor. Ruhig, in einem Satz.
Reite die Einheit mit diesem einen Gedanken. Wenn Dein Kopf abschweift, führst Du ihn freundlich zurück, ohne Selbstvorwurf.
Schließe die Einheit mit der Frage ab: „Was ist heute gelungen?“ Und schreib es in ein Notizbuch oder ins Handy.
So sammelst Du über den Winter hinweg Dutzende kleiner Erfolgserlebnisse. Wenn die nächste Saison startet, hast Du ein ganzes Archiv an Beweisen, dass Du Fortschritte machst. Das ist Selbstvertrauen, das auf Fakten statt auf Hoffnung beruht.
Mein Fazit
Eine Saison ist nie nur Sieg oder Niederlage. Sie ist ein Jahr voller Erfahrungen, die Dich als Reiterin und als Mensch formen, mit Meisterschaft im Mai, mit Aufregung im September und mit allem dazwischen. 🐴
Mein Wunsch für Deinen Winter: Schau zuerst auf das, was Du geschafft hast. Behandle Dich so freundlich wie Dein Pferd. Und nutze die ruhige Zeit, um Deinen Kopf genauso zu trainieren wie Deine Muskeln. Dann starten wir alle gemeinsam stark in die nächste Turniersaison. 💜
Wenn Du die Mentaltechniken aus diesem Beitrag in einem strukturierten Programm vertiefen möchtest, schau Dir meinen Kurs ReiterMindset® an: www.melissapander.de